Safari im Gorongosa Nationalpark

Unser erster Road Trip mit dem Auto führt uns in den Gorongosa Nationalpark. Doch zuerst noch ein kurzer Exkurs zum Autokauf: das ist nicht ganz einfach hier, am Markt gibt es so oft nicht viel Auswahl und vor allem alte Autos. Unser Auto ist ein Toyota RAV4, hat einen Kilometerstand von ca. 110.000 km, ist gut gepflegt und die 17 Jahre sieht man ihm nicht wirklich an. Nachdem ein Arbeiter in unserem Compound angeboten hat, das Auto täglich zu putzen, schaut es auch optisch immer schön aus. Und Nelito freut sich über einen kleinen Zuverdienst von umgerechnet ca. € 15 im Monat.

In Mosambik fährt man auf der linken Straßenseite, das Lenkrad ist rechts.

Doch zurück zu unserer Safari: Am Freitag ist Feiertag und wir nützen das lange Wochenende für einen Ausflug in den Gorongosa Nationalpark.

Wir haben uns einen Bungalow mit Schilfdach direkt unter einem Baobab Tree gemietet.

Unser Guide Monty erzählt uns, dass im Jahr 2019 durch den heftigen Wirbelsturms Idai, der in Beira so viel verwüstet hat, auch in Gorongosa massive Schäden entstanden sind. Es ist ein Damm gebrochen und der Nationalpark stand 2-3 m hoch unter Wasser. Viele Tiere sind in den Wassermassen gestorben. Die Bevölkerung musste über eine Luftbrücke versorgt werden.

Gleich bei der Ausfahrt am frühen Morgen stoßen wir auf zwei junge Löwen, die wir aus kurzer Distanz vom Auto aus beobachten können:

Die Krokodile, die hier faul um Ufer des Flusses liegen, können sich sehr schnell weiterbewegen und im Wasser sieht man sie kaum mehr, so gut sind sie getarnt.

Wir sind 3 Stunden mit dem Jeep unterwegs und sehen am Weg viele Tiere:

Am späten Nachmittag fahren wir nochmal aus. Als der Guide fragt, ob wir Elefanten sehen wollen, denke ich mir, das wird wohl nichts werden. Bei unserer letzten Safari hier vor 7 Jahren haben wir keine Elefanten gesehen. Diesmal behindert bald nach dem Start ein abgebrochener Baum die Weiterfahrt. Ein Zeichen, dass Elefanten hier waren. Und wir haben tatsächlich Glück. Nur unweit unserer Route befindet sich im Gebüsch ein größeres Elefantenrudel. Plötzlich kommt ein großer Elefant mit aufgestellten Ohren und einem ganz kleinen Elefanten aus dem Gebüsch.

Unser Guide ist gleich alarmiert und zum Rückzug bereit, aber der große Elefant bleibt stehen, schaut auf uns und dreht ganz langsam ab.

Im Gorongosa Nationalpark wurden während des Bürgerkriegs sehr viele Elefanten erschossen. Daher sind viele der überlebenden Elefanten stark traumatisiert und können sehr aggressiv werden. Das berühmte Elefantengedächtnis überträgt sich auch auf die nächste Generation.

Nach den Elefanten suchen wir noch nach Löwen. Durch Zufall sehen wir neben dem Weg ein Pangolin, ein Schuppentier, dessen Zunge bis zu 40 cm lang werden kann. Das Pangolin gibt es nur mehr ganz, ganz selten – allerdings soll es in Mosambik noch einige davon geben. Wir hören hier zum ersten Mal von diesem Tier und freuen uns über diese Entdeckung.

Die Sonne ist bereits im Untergehen, als wir auf Löwen treffen, die sich im hohen Gras gut tarnen und auf ihr Opfer – eine Antilope – langsam zugehen.

Die orange-rot untergehende Sonne Afrikas ist immer wieder schön! Am Abendhimmel sehen wir noch das Kreuz des Südens und einen schönen Sternenhimmel, bevor es wieder ins Camp zurück geht.

Monty, unser Guide freut sich sehr, als ich ihm ein Foto zeige, wo er vor 7 Jahren unser Guide bei der Safari war. Er zeigt es ganz stolz seinem Vorgesetzten. Wir müssen daher nach Rückkehr von der Abendsafari ein Erinnerungsfoto machen.

Am Rückweg nach Beira treffen wir entlang der Straße auf viele Wahlkämpfer, hier findet am Mittwoch, den 9.Oktober, die Wahl des Präsidenten statt.

Entlang der Straße wird Gemüse und Hühnchen sowie Fisch und Flußkrebse verkauft. Ebenso findet man überall am Straßenrand Holzkohle zu kaufen. Die Holzkohle sieht man überall im Straßenbild, sie wird auch mit Fahrrädern oder Mopeds transportiert.

Am Rückweg kaufen wir noch ein bisschen Obst und Gemüse ein. Überall wo es zu Stau aufgrund von Kreuzungen oder Baustellen kommt, bieten die Händler ihre Waren zum Verkauf an.

2 Antworten zu „Safari im Gorongosa Nationalpark”.

  1. Ganz spannend, deine Beschreibungen und Erlebnisse. Ich hoffe, es geht euch beiden gut und ihr kommt langsam an im neuen Zuhause.
    Liebe Grüße, Stefanie

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    1. Liebe Stefanie, du hast recht, jetzt kommen wir schön langsam an. Mittlerweile habe ich auch eine spannende Aufgabe bei einer Frauenrechtsorganisation gefunden. Es ist zwar sprachlich derzeit noch sehr herausfordernd, aber es ist bewältigbar und macht mir große Freude. Liebe Grüße Ursula

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